Veganer Google-Burger?

Google Burger- Logo Marke by Google - Burger by Jennifer sweetonveg - via Flickr - Bearbeitung by arschvegan.svg

Irgendein Burger

Der Internetkonzern Google zeigt Interesse an einem Startup für vegane Produkte. Täuschend echte, blutende Burger stehen auf dem Plan. Bis zu 300 Millionen US-Dollar soll der Suchmaschinen-Riese aktuell geboten haben. Und auch andere mächtige Geldgeber entdecken den Markt für sich.

Impossible Foods will den Markt revolutionieren. Nichts weniger, als eine neue Generation pflanzlicher Fleisch- und Käsealternativen verspricht das Unternehmen. Der Geschmack und Nährwert von Fleisch, verbunden mit den gesundheitlichen und ökologischen Vorteilen pflanzlicher Produkte.

„Tausende Jahre waren wir auf Tiere angewiesen, um Pflanzen in Fleisch, Milch und Eier umzuwandeln. Impossible Foods hat einen besseren Weg gefunden.“ Um das zu erreichen, haben sie sich die Moleküle tierischer Produkte näher angesehen. Aus bestimmten Proteinen und Nährstoffen aus Gemüse, Samen und Getreide wurden diese dann nachgebaut.

Deal?

Zwischen 200 und 300 Millionen US-Dollar soll Google geboten haben, schreibt The Information. Zahlreiche internationale Medien berufen sich darauf und berichten ebenfalls darüber. The Information versteht sich als Nachrichtenseite für Fachleute aus der Technologie-Branche. Die Meldung beruht auf Aussagen von zwei Insindern. Der Deal sei allerdings nicht zustande gekommen, heißt es weiter. Impossible Foods hätte einen höheren Preis verlangt. Google äußerte sich dazu noch nicht. Und auch Impossible Foods schweigt bislang.

Dass Google seine Fühler in andere Branchen ausstreckt, scheint nicht ungewöhnlich zu sein. So arbeite der Konzern etwa an Detektoren zur Erkennung von Krebs und Herzinfarkten. Oder an Kontaktlinsen, die den Blutzuckerspiegel für Diabetiker messen sollen. In den Markt für pflanzliche Produkte einsteigen zu wollen, könnte auch Teil der Firmenphilosophie sein. Denn glaubt man dieser, so betrachte Google es als ein Ziel, Technologie auch für das menschliche Wohl einzusetzen.

Mächtige Geldgeber

Hinter dem Startup stehen große Namen. 75 Millionen US-Dollar haben Investoren in das Unternehmen gesteckt. Darunter Bill Gates, Microsoft-Mitbegründer und reichster Mensch der Welt, und Google-Manager Tony Fadell. Er gilt als Vater von Apple’s iPod und ist momentan für Google Glass zuständig, dem brillenartig tragbaren Minicomputer. Auch die von Google unabhängig agierende Beteiligungsgesellschaft, Google Ventures, ist unter den Geldgebern.

„Viehhaltung ist eine veraltete Methode“, „überhaupt nicht nachhaltig“ und „mit furchtbar zerstörerischen Umweltfolgen“, erklärt Patrick O. Brown, der Gründer von Impossible Foods. Er ist Biologe, Arzt und eme­ri­tierter Professor der renommierten Stanford Universität. Ähnlich sieht es Bill Gates.

Geschmack? Preis? Blut?

„Wir brauchen mehr Möglichkeiten, Fleisch herzustellen, ohne unsere Ressourcen zu erschöpfen“, schreibt der Mitbegründer von Microsoft in seinem Blog. „Einige spannende neue Firmen, nehmen diese Herausforderung an. Sie erzeugen pflanzenbasierte Alternativen zu Hühnchenfleisch, Rinderhack, und sogar Eiern, die nachhaltiger produziert werden und großartig schmecken.“

Bei der Verkostung einer pflanzlichen Hühnchenalternative von Beyond Meat, einem anderen Hersteller veganer Fleischprodukte, wäre er nicht der einzige gewesen, der sich von der Au­then­ti­zi­tät täuschen ließ, bloggt Gates. Darunter ein Journalist von der New York Times, der keinen Unterschied zwischen ‚echtem‘ Huhn und der Alternative feststellen konnte. Auch in dieses Startup hat der Microsoft-Mitbegründer investiert. Zusammen mit Evan Williams und Biz Stone, den Mitbegründern von Twitter.

Fleisch muss bluten, behaupten manche Fleischesser. Der Burger von Impossible Foods soll genau das können. Mithilfe von „Pflanzenblut“. „Der Grund dafür, dass Fleisch schmeckt wie nichts anderes, ist Häm“, erklärte der Gründer von Impossible Foods dem Wall Street Journal. Es ist ein Bestandteil des Blutfarbstoffs Hämoglobin und findet sich in roten Blutkörperchen. Aber eben auch in den Wurzeln von Hülsenfrüchten wie Erdnüssen oder Sojabohnen. Geschmacklich wurde der Burger von Testessern für Rind oder Pute gehalten. Er sei vom Fleischburger nicht zu unterscheiden, meint die britische Tageszeitung The Telegraph. Und so sieht er aus.

Wann es die neue Burger-Generation zu kaufen gibt, ist unklar. Gerüchten zufolge könnte es diesen Herbst soweit sein. Vor einem Jahr soll die Herstellung eines Burgers noch ca. 17 Euro gekostet haben. Der Preis dürfte bis zur Marktreife allerdings deutlich fallen.

„Das ist kein Produkt für Vegetarier“, sagt Firmenchef Patrick O. Brown. „Wir wollen die Hardcore Fleischfans“, verriet er dem Wall Street Journal. Er wolle den Fleischessern, die meinen, es ginge nicht ohne, eine echte Alternative bieten. Aus „natürlich vorkommenden Proteinen und Nährstoffen. Im Gegensatz zu den Konkurrenzprodukten“. Wie genau Brown das meint, bleibt abzuwarten.

 

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