Konzeptküche für Veggies auf der Möbelmesse

alte Küche - Ethan (SportSuburban) - Flickr - CC BY 2.0

Irgendeine alte Küche

Eine Küche, extra für Vegetarier, Veganer und Flexitarier. Auf der Internationalen Möbelmesse IMM 2015 in Köln wird das Projektmodell vorgestellt.

Die Küche besteht aus sieben einzelnen Modulen. Sie soll direkt auf die Bedürfnisse der Zielgruppen abgestimmt sein. Ihr Name: Vooking (vegetarian cooking). Das Team dahinter besteht aus drei Designern, einem Küchenchef und einem Tischler.

Das erste Modul verfügt über eine geräumige, 2-beckige Spüle. Vegetarische Gerichte erforderten es, mehr Zutaten zu waschen und zu schneiden, behauptet das Vooking-Team. Darin integriert sind drei Sprossengläser, um Keimlinge wachsen zu lassen. Das zweite Modul umfasst 36 Tongefäße für Gewürze und Kräuter. Zum Zerkleinern eben dieser gibt es einen in die Arbeitsplatte eingelassenen Mörser. Eine Keramikfläche soll das Kneten von Teigen erleichtern.

Die Farming Unit ist ein hoher Schrank. In ihm können Stadtmenschen Kräuter und andere leckere Pflanzen anbauen. Damit sie auch wachsen, sind energiesparende LED-Pflanzenlampen und ein Belüftungssystem eingebaut. Eine Bewässerungsanlage ist optional. Bis zu vier verschiedene Klimabereiche sollen eingerichtet werden können.

Eine weitere Schrankeinheit bietet Raum für bis zu sechs Getreidesäcke. Über einen Trichter sind sie mit einer Mühle verbunden. Gekocht werden kann auf zwei gasbetriebenen Herdplatten, einer Wok-Stelle und einem japanischen Teppanyaki-Grill, einer Stahlplatte zur Speisezubereitung. Außerdem gibt es einen normalen Backofen und einen Dampfgarer.

Einen Kühlschrank gibt es natürlich ebenfalls. Allerdings bezweifle ich die Behauptung des Entwickler-Teams: das Kühlen sei bei vegetarischem Essen wichtiger als bei Mischköstlern. Meiner Erfahrung nach trifft es eher das Gegenteil. Gerade in der veganen Küche, da sämliche tierische, schnell verderbliche Nahrungsmittel vermieden werden.

Einerseits gefällt mir das Konzept gut. Doch scheint die Küche auch gewisse Klischees zu bedienen. Nicht jeder Veganer oder Vegetarier zieht Sprossen und mahlt sein Getreide selber. Mein Eindruck ist vielmehr, dass das die Ausnahme ist. Gekauftes Mehl geht auch wunderbar. Wichtig finde ich weiterhin die Frage nach der Herkunft des verwendeten Holzes. Stammt es aus nachhaltiger, heimischer Waldwirtschaft, oder wurden dafür Urwälder abgeholzt?

Vom 23. bis 25. Januar ist die Möbelmesse geöffnet. Interessierte können sich dort die Modellküche ansehen. Die Tageskarte kostet 22 Euro, bzw. 12 Euro für Studenten. Fachbesucher haben bereits ab dem 19. Zutritt und bezahlen 50 Euro.

Ob es der Prototyp zur Marktreife schafft, bleibt abzuwarten. Für den Durschnitts-Veggie könnte die Küche zu teuer werden. Preislich dürfte sie sich eher an Besserverdienende richten. Alleine schon deshalb, weil es kein Massenprodukt ist. Es wäre wünschenswert, wenn das Team Vegetarier und Veganer (mehr) in die Weiterentwicklung der Küche einbeziehen würde. Nicht, dass an einem Teil der Zielgruppe vorbeiproduziert wird. Schlußendlich könnte es sich dann sogar lohnen, sich das ein oder andere Getreidemahler-Klischee anzueignen, um in der eigenen Veggie-Küche Kulinarisches zu zaubern.

Fotos der Modellküche

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