Volksfest in vegan

Lebkuchenherz Düsseldorf - by ds1987 - Flickr - CC BY-SA 2.0

Gestern endete die erste überwiegend vegane Kerwa (auch Kirchweih, Kirmes, Kerb oder Kilbi genannt, neben unfassbar vielen anderen regionalen Bezeichnungen). Veranstaltet wurde die Feier im bayerischen Erlabronn, in Mittelfranken. Das ganze Wochenende stand nur veganes Essen auf der Speisekarte. Am Montag, dem letzten Abend, gab es jedoch traditionell Fisch im Festzelt.

Veranstalter und Presse sprechen von einem großen Erfolg. Den Leuten hat es offenbar geschmeckt. „Wir haben zwar noch nie richtig vegan gegessen, aber bisher hat es uns hier wirklich toll geschmeckt.“, zitiert die Regionalzeitung Fränkischer Tag. „Das ist doch ein optimaler Ersatz für die Gerichte, die es sonst auf den Kerwas hier in Franken gibt“, lobt eine Besucherin. Es gab Chili con Soja, Caribbean Curry mit Reis in Kokosmilch, Züricher Geschnetzeltes und Mediterane Semmelknödel.

100 bis 250 Gäste sollen es am Freitagabend im Festzelt gewesen sein – ziemlich viel, wenn man bedenkt, dass nur 80 Menschen in Erlabronn wohnen. Schon lange gab es nicht mehr so einen Zulauf. Auch aus den umliegenden Städten seien sie gekommen. Sogar einige Nordfriesländer hätten sich unter die Besucher gemischt.

„Lynchaktionen haben da nicht stattgefunden – überhaupt nicht“, scherzte der Organisator Christian Hilgert. Es sollte mal etwas Neues sein. Die Idee zu der veganen Kerwa entstand auf der Arbeit. Der Kollege bringe immer veganes Essen mit, erzählte Hilgert. „Und das hat eigentlich alles lecker geschmeckt. Und da hab‘ ich gesagt: Mensch, machen wa vegan.“ Nach einem Probeessen mit dem Ortsverband wurde die Sache einstimmig beschlossen.

Und eine Botschaft soll die vegane Kerwa auch vermitteln: „Ich bin der Meinung, dass man in einer zivilisierten Gesellschaft nicht so mit Tieren umgehen soll. Ich will kein Ei essen, das aus einem Huhn rausgekommen ist, das keine Federn mehr und kaum Platz hat. Das finde ich pervers sowas.“

Das Fleischessen verbieten, wollen sie aber nicht, meint der Organisator Hilgert weiter. Die Kirchweih biete den Menschen die Möglichkeit, veganes Essen zu probieren. „Viele haben noch nie vegan gegessen – und meinen das sind Körner, Unkraut und Gras. Aber es ist halt weit mehr.“

Nächstes Jahr soll es wieder eine vegane Kerwa geben.

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